Wie alles begann

Die Idee für den Hampi Children‘s Trust (HCT) entstand im November 2006, als die beiden Freunde Tim Brown (aus England) und Kali Das (geboren und aufgewachsen in Hampi) sich in Hampi wieder trafen. Sie hatten sich 10 Jahre zuvor 1996 kennengelernt, als Kali mit 15 Jahren als Touristenführer Tim zwei Tage lang die Gegend von Hampi zeigte.

8 KinderSowohl Tim als auch Kali Das lieben diesen Ort und seine einzigartige, magische und spirituelle Atmosphäre. Zugleich sorgten sie sich über die Armut, die unter der ruhmreichen Oberfläche Hampis stetig wächst. Insbesondere die Anzahl der oft sehr jungen Kinder, die nicht zur Schule gehen konnten, fiel ihnen auf. Und sie wussten, dass die Perspektiven dieser Kinder, die ohne Ausbildung und als Analphabeten aufwachsen, trostlos sind. Vor allem junge Mädchen haben ohne Bildung keine Chance in ihrem Leben.

Kali Das: „Wir überlegten während nächtlicher Diskussionen in meinem Buchladen, was wir für die Kinder tun könnten und welche Unterstützung den Kindern möglichst umfassend helfen kann. So entstand die Idee, die Kinder in Gangas kleiner Privatschule am Ende der Hauptstraße von Hampi anzumelden, einen Koch zu engagieren um den Kindern drei Mahlzeiten am Tag zu bereiten, sowie einen Lehrer zu finden, der ihnen die Grundlagen in Lesen, Schreiben und Rechnen vermittelt. Auch sollten die Kinder die Möglichkeit haben, die lokale Sprache Kannada und Englisch zu lernen. Tim kehrte im Februar 2007 für vier Wochen nach Hampi zurück und wir setzten unseren Plan, finanziert durch unser eigenes Geld, um.

Wir verhandelten mit Ganga die Plätze in der Schule, besuchten die Eltern der anfänglichen Gruppe von acht Kindern, fanden einen Koch und - nach einigen Fehlschlägen - den wunderbaren Chidananda als Lehrer. Obwohl Chidananda kein zertifizierter Lehrer war, ist er in der direkten Zusammenarbeit mit den Kindern hervorragend in die Rolle eines Lehrers, Helfers und Organisators hineingewachsen.

Am Montag den 30. April 2007 eröffneten wir den Hampi Children‘s Trust (HCT) mit der ersten Gruppe von acht Kindern. In den Schulferien wuchs die Anzahl dann auf 16 Kinder. Sie besuchten unsere „Sommerschule“ in einem verlassenen Tempel am Fuße des Hügels Matanga, den uns der örtliche Ashram zur Nutzung überlassen hatte.

AutoFünf Wochen später, am 4. Juni 2007 war der große Tag - der erste Tag des neuen Schuljahres! Einige Tage zuvor hatten sich acht Kinder, Tim, Chidananda und ich in eine Autoriksha gequetscht und waren in die benachbarte Stadt Hospet gefahren, um Schuluniformen, Schuhe, Socken, Taschen und alles Weitere zu besorgen. Es war ein anstrengender Tag, doch seiner Mühe allemal wert! Und so machten sich Hampamma, Oblamma, Laxmi und Bhuni, nach dem sie gefrühstückt  und sorgfältig ihre Schuluniformen angezogen hatten, aufgeregt auf den Weg zur Schule. Im Verlauf der Woche kamen noch Vina, die kleine Kaveri, Raji und Anjoli hinzu, nachdem endlich ihre Schuluniformen vom Schneider gekommen waren! All unsere harte Arbeit und unsere Vision, einigen dieser Kinder zum ersten Mal in ihrem Leben eine Ausbildung zukommen zu lassen, begannen endlich Früchte zu tragen!

Männer mit Kindersocken

Anfang August mieteten wir ein Gasthaus mit sechs Schlafräumen für die Dauer von 5 Jahren und nannten es Harmony House. Der Mietvertrag ist nun abgelaufen und wir sind in ein kleineres Haus umgezogen.

Essen

Die Kinder treffen sich gegen 8:30 Uhr, frühstücken und bereiten sich auf den Schultag vor. Sie kommen zum Mittagessen und zum Ende der offiziellen Schulzeit um 4 Uhr nachmittags zurück, erledigen ihre Hausaufgaben und werden noch weiter von Chidananda unterrichtet oder bekommen Musik-, Tanz- oder Yoga unterrichtet. Natürlich sehen wir sie auch an den Wochenenden, feiern Kindergeburtstage, unternehmen Ausflüge und lernen, einen Garten anzulegen.

Am 31. Mai 2008 wurde der HCT gesetzlich legitimiert und in Hospet als Gemeinnützige Stiftung unter der Indian Trust Act 1882 registriert. Großartig ist auch, dass wir mit Dr. Sohas einen Allgemeinarzt gefunden haben, der die Kinder des HCT versorgt und Herr Errana, der Manager der Canara Bank in Hampi uns ebenfalls bereitwillig mit Rat und Tat zur Seite steht.

Mittlerweile haben wir schon 40 Kinder in unserem Projekt. Sie bekommen 3 Mahlzeiten am Tag und wir kümmern uns um ihre Schulgebühren, Uniformen, Ausbildungsmaterial, Freizeitaktivitäten und um umfassende medizinische und zahnärztliche Versorgung. Um uns bei der Arbeit mit den Kindern zu unterstützen, haben wir haben Shoba, eine viel versprechende junge Frau aus dem Dorf, als Lehrassistentin in Teilzeit angestellt. Natürlich haben wir viele weitere Ziele, wie wir unsere Aktivitäten mit diesen und anderen Kindern weiterentwickeln wollen - aber das ist abhängig von der Höhe der Spenden und der Unterstützung, die der HCT in der kommenden Zeit erfährt. Wir sind allen Menschen äußerst dankbar, die uns geholfen haben, unsere Vision umzusetzen - ganz besonders den Volontären und Spendern, ohne die es für uns schwer gewesen wäre. Vielen Dank für eure Hilfe und Unterstützung!“